Weinheim GRN-Klinik

Die EPZ-Verantwortlichen präsentieren das frisch erworbene Zertifikat (v.l.): Klinikleiter Markus Kieser, die drei Hauptoperateure Dr. Lars Haselmann (EPZ-Koordinator), Dr. Martin Honsowitz (EPZ-Leiter) und Dr. Matthias Lehnertz sowie der Qualitätsmanagement-Beauftragte Christian Fessel. Foto: Gesundheitszentren Rhein-Neckar

Etwa fünf Prozent der Erwachsenen über 60 Jahre leiden in Deutschland an Beschwerden durch eine Hüft- oder Kniegelenkarthrose. Rund 150.000 Patienten erhalten jährlich deutschlandweit Gelenkersatz an der Hüfte oder am Knie. In der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie der GRN-Klinik Weinheim werden pro Jahr rund 250 endoprothetische Eingriffe vom primären Gelenkersatz bis zu komplexen Wechseloperationen durchgeführt, und das auf nachweislich höchstem Niveau: In den vergangenen Monaten haben sich Dr. Martin Honsowitz, Leitender Arzt der Orthopädie / Unfallchirurgie, und sein Team auf der Grundlage der Qualitätsinitiative „EndoCert“ der deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC) einer speziellen Qualitätsprüfung unterzogen. Das Ergebnis: Im Juni 2014 haben sie das derzeit in Deutschland höchste Qualitätssiegel in der Endoprothetik erhalten und dürfen sich seitdem „Zertifiziertes EndoProthetikZentrum“ nennen.

„Mit dieser Auszeichnung haben wir nun auch im Fachbereich Orthopädie / Unfallchirurgie von unabhängigen Experten die Bestätigung erhalten, dass wir unsere Patienten auf allerhöchstem Niveau behandeln“, äußerte sich Markus Kieser, Leiter der GRN-Klinik Weinheim, anlässlich eines Pressegesprächs am 22. Juli 2014. „Das oberste Kriterium für die Verleihung des EndoCert-Siegels ist die Patientensicherheit“, bringt Dr. Martin Honsowitz den Nutzen einer solchen Zertifizierung auf den Punkt. „In den vergangenen Monaten sind wir intensiv hinsichtlich unserer Versorgungsqualität und der Abläufe innerhalb unserer Abteilung überprüft worden“, ergänzt Oberarzt Dr. Lars Haselmann, der gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Matthias Lehnertz das Team der EPZ-Operateure komplettiert.

Jeder Operateur muss mindestens 50 Endoprothesen im Jahr implantieren

Im Einzelnen bedeutet das: Jede Operation wird von einem in der Endoprothetik erfahrenen Operateur geleitet – neben der Facharzt-Qualifikation in Orthopädie und Unfallchirurgie, die alle Weinheimer Hauptoperateure selbstverständlich mitbringen, muss jeder von ihnen mindestens 50 Endoprothesen im Jahr implantieren. Ein zertifiziertes Endoprothetikzentrum ist darüber hinaus verpflichtet, kontinuierlich qualitätsrelevante Daten zu erheben, sich regelmäßig und intensiv mit ebenfalls beteiligten anderen Fachdisziplinen – wie etwa dem Pflegepersonal, den Anästhesisten und dem Reha-Management – auszutauschen und ein professionelles Schmerzmanagement anzubieten. „Qualitätsrelevante Daten“ sind z.B. die Dauer der Operation sowie das Auftreten von Nachblutungen und Infekten. Eventuell auftretende Komplikationen müssen systematisch erfasst werden, damit alle Beteiligten daraus für die Zukunft lernen können.

Eine möglichst kurze Operationsdauer ist u.a. deshalb erwünscht, weil die Gefahr von bakteriellen Infektionen dadurch minimiert wird. „Besonders wichtig ist für uns die Einhaltung strenger Hygienestandards. Alle Team-Mitglieder, vom Operateur über die OP-Pflege- bis zur Reinigungskraft, ziehen hier an einem Strang“, erklärt Christian Fessel, der als Qualitätsmanagement-Beauftragter der GRN-Klinik Weinheim den Zertifizierungsprozess begleitet hat. Den verantwortlichen EPZ-Ärzten ist es wichtig zu betonen, dass an der GRN-Klinik Weinheim nicht „um des Operieren willens operiert“ wird. „Den Zeitpunkt der OP bestimmt der Patient selbst durch seinen Leidensdruck – und nicht der Arzt“, formuliert es Dr. Honsowitz. „In der Regel haben die Patienten, die zu uns überwiesen werden, schon seit längerer Zeit Beschwerden. Dennoch erörtern wir gemeinsam mit ihnen, ob alle konservativen Möglichkeiten inklusive Physiotherapie und Schmerztherapie ausgeschöpft sind.“

Erscheint eine Operation nicht sinnvoll, werden die Patienten an einen niedergelassenen Orthopäden verwiesen, der die konservative Therapie in die Wege leitet. Ist zur Rückgewinnung der Lebensqualität ein Gelenkersatz erforderlich, muss die jeweils passende Hüft- oder Knieendoprothese individuell für den Patienten gefunden werden. Vom Zeitpunkt des Eingriffs kann der – oder die – Betroffene in der Regel damit rechnen, sich innerhalb von etwa drei Monaten wieder in den normalen Alltag integrieren zu können.