„Was kann ich machen, damit die Vögel bei mir nicht immer an die Fensterscheibe knallen?“ Derzeit häufen sich solche Anfragen bei der BUND-Umweltberatung in Heidelberg. Glas birgt zweierlei Gefahren: Zum einen ist es durchsichtig und wird von den Vögeln nicht als Hindernis wahrgenommen. Zum anderen kann es die Umgebung spiegeln. Vögel sehen folglich eine freie Flugbahn oder den sich spiegelnden Himmel oder Grünbestände und fliegen geradewegs in die Scheiben hinein.

Allein in Deutschland verunglücken an ihnen mehrere hunderttausend Vögel pro Jahr. Auch jeder zweite der zunächst unverletzt scheinenden Vögel geht anschließend an inneren Verletzungen ein. Vogelschlagopfer werden dabei häufig gar nicht bemerkt, da sie von Hauskatzen oder Mardern zügig geholt werden. Nach aktuellen Studien ist der Tod an Scheiben in der zivilisierten Welt eines der größten Vogelschutzprobleme überhaupt. „So schön die moderne Glasarchitektur sein mag, sie ist diesbezüglich ein ernstzunehmendes Problem“, so BUND-Umweltberaterin Ilge Wilhelm.

Bei vielen problematischen Glasflächen im Privatbereich können nachträglich Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Bei Spiegelungen helfen beispielsweise außenseitig angebrachte Insektenschutzgitter oder bei hoher Transparenz eine nur für Vögel sichtbare Markierung mit einem sogenannten „Birdpen“ – oder notfalls mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor. Man trägt die Markierung außen auf die Scheibe als senkrechte 2 cm breite Streifen in maximal 10 cm Abständen auf. Herkömmliche Greifvogelsilhouetten funktionieren übrigens nicht, da sie zu viel Glas unbedeckt lassen.

Weitere Informationen und eine Broschüre gibt es beim BUND Heidelberg:
Telefon 0 62 21/2 58 17

Die Broschüre gibt es zudem im Internet:
www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/tippsfuerdiepraxis/01079.html