Vom 9. – 25. September 2016 informiert die Wanderausstellung des Pfalzklinikums Klingenmünster mit dem Titel „NS-Psychiatrie in der Pfalz“ im Erkenbert-Museum Frankenthal über Täter und Opfer der menschenverachtenden nationalsozialistischen Gesundheitspolitik. Der Förderverein für jüdisches Gedenken in Frankenthal initiierte die Ausstellung im Rahmen seiner Veranstaltungen zum „Europäischen Tag der Jüdischen Kultur“.

16 Ausstellungstafeln erläutern und veranschaulichen am Beispiel der damaligen „Heil- und Pflegeanstalt“ Klingenmünster die Durchführung von Zwangssterilisationen ab 1934 und die staatlich organisierten, heimlich durchgeführten Krankenmorde von 1940 – 1941. „Am 22. Oktober 1940 wurden aus der Anstalt sechs jüdische Frauen und vier jüdische Männer in das Internierungslager Gurs in Südwest-Frankreich deportiert“, erinnert Herbert Baum vom Förderverein an die Ereignisse in Frankenthal. „Clementine Adler starb dort bereits am 25. Oktober 1940, Veronika Fraenkel aus Roxheim am 14. Januar 1943.“

Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 8. September 2016 (19.00 Uhr), von Oberbürgermeister Martin Hebich und Herbert Baum, Vorsitzender des Fördervereins für jüdisches Gedenken. Dr. Michael Brünger, Leiter des Ausschuss für Gedenkarbeit im Pfalzklinikum Klingenmünster, gibt eine Einführung. Am Donnerstag, 15. September 2016 (19.00 Uhr), informiert Dr. Michael Brünger in einem Vortrag im Erkenbert-Museum ausführlich über die „NS-Psychiatrie in der Pfalz“. Der Eintritt ist jeweils frei.