Die aktuelle Entwicklung der Grundwassersituation im Gemarkungsgebiet der Stadt Frankenthal wird durch die Stadtverwaltung laut Oberbürgermeister Theo Wieder sehr sorgfältig und genau beobachtet. Die vorhandenen Messstellen würden ausgewertet und mit den vorhandenen Zahlenreihen verglichen, so dass die kurz-, mittel- und langfristige Entwicklung erkennbar werde. Zudem erstelle die Verwaltung zurzeit einen umfassenden Grundwasserbericht, der in der nächsten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses vorgelegt werden solle. In den Wohngebieten Pilgerpfad und Flomersheim-Nordost gebe es funktionierende Pumpenanlagen, die alle Wohngebäude in ihrem Einzugsbereich umfassend und zuverlässig sicherten. Auch diese Anlagen würden regelmäßig gewartet. Die Pumpleistung und die geförderten Wassermengen werden registriert und mit den langfristigen Werten verglichen. Dies liefert auch zuverlässige Erkenntnisse zur voraussichtlichen mittelfristigen Entwicklung.

Aus den Wohngebieten in Eppstein und Flomersheim-West sowie aus dem Ziegelhofgebiet erreichten die Verwaltung Befürchtungen über möglicherweise bevorstehende Grundwassereintritte in Hausfundamente. Auch diese Hinweise nehme die Verwaltung laut OB Wieder sehr ernst. Da dies allerdings kein abschließendes Bild für eine sachgerechte Lagebeurteilung erlaube, bittet die Verwaltung alle Hauseigentümer um direkte Meldung, wenn diese an ihrem Wohngebäude tatsächliche Wasserschäden, die auf Grundwassereintritt schließen lassen könnten, feststellen würden. Die Verwaltung wird allen solchen Meldungen im Einzelfall nachgehen und sich mit den Hauseigentümern vor Ort in Verbindung setzen, so Theo Wieder.

Meldungen über konkrete Schäden werden schriftlich erbeten an:
Stadtverwaltung Frankenthal, z.Hd. Frau Sevda Rwil (Bereich Planen und Bauen) oder unter
Telefon 0 62 33/89-2 67.

Sollte sich herausstellen, dass die erkennbare mittelfristige Entwicklung zu einer deutlichen und spürbaren Verschlechterung der Situation beitrage, sei die Verwaltung bereit, auch in denjenigen Gebieten, die bisher nicht über einen wirksamen Grundwasserschutz verfügten, gemeinsam mit den Anwohnern über eine Umsetzung der schon vor Jahren geplanten, damals allerdings von der Mehrheit der Eigentümer abgelehnten Grundwasserschutzprojekte, nachzudenken. Die Vorsorge für das eigene Wohneigentum erfordere allerdings auch die Bereitschaft der Eigentümer, sich ähnlich wie die Menschen im Pilgerpfad und in Flomersheim-Nordost an den Kosten solcher Projekte zu beteiligen. Alleine auf Kosten aller Steuerzahler ist die Realisierung wirksamen Grundwasserschutzes nicht verantwortbar.

Bei allen Planungsprojekten im Zuge der Renaturierung der Isenach werde die Stadt größten Wert darauf legen, dass eine negative Beeinflussung der Grundwasserentwicklung durch solche Vorhaben ausgeschlossen bleibt. Die natürliche Schwankung der Grundwasserstände bleibt davon allerdings zwangsläufig unberührt. Zum zuverlässigen Schutz von Wohngebäuden hilft hier letztlich nur eine Vorsorgemaßnahme, wie sie in den Wohngebieten Pilgerpfad und Flomersheim-Nordost schon vor vielen Jahren erfolgreich umgesetzt worden sei.