Historischer Meilenstein: Als Präsident des europäischen Städtenetzwerks „Energy cities“ hat Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner beim Weltklimagipfel in Paris den Schulterschluss der drei großen internationalen Städtenetzwerke zum Klimaschutz mit auf den Weg gebracht. Erstmals haben die drei Zusammenschlüsse C40, ICLEI und „Energy cities“ vereinbart, an einem Strang zu ziehen. Die Einigung ist am Freitag, 4. Dezember 2015, beim Treffen der Vertreter der Städte und Gemeinden, dem „Climate Summit for Local Leaders“, im Pariser Rathaus erzielt worden. Gastgeber des Treffens waren die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und der ehemalige Bürgermeister von New York City Michael Bloomberg, der aktuell Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs für Städte und Klimaschutz ist.

Ziel: weltweite Vereinbarung, die es ermöglicht, den Klimawandel wirksam zu bekämpfen

Der Schulterschluss der drei Netzwerke soll der Stimme von Städten und Gemeinden mehr Gewicht verleihen und die Anstrengungen der Kommunen beim Klimaschutz sichtbarer machen. Ziel ist eine weltweite, rechtlich bindende Vereinbarung, die es ermöglicht, den Klimawandel wirksam zu bekämpfen. „Der Zusammenschluss ist ein wichtiges Signal, dass Städte und Gemeinden weltweit ihre Kräfte für den Klimaschutz bündeln“, sagte Dr. Eckart Würzner. „Städte sind die Instanz, die konkret handelt und den Kampf gegen den Klimawandel aktiv vorantreibt. Die Städte haben eine Schlüsselposition, um die internationale Vereinbarung mit ihren Klimaschutzzielen in die Praxis umzusetzen.“

Die Stadt Heidelberg engagiert sich seit Jahrzehnten für den Klimaschutz und wurde dafür jüngst im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York mit dem „Global Green City Award“ ausgezeichnet. Den Preis hat die Organisation „Global Forum on Human Settlements“ in Kooperation mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen vergeben. Damit werden jährlich ein oder mehrere Städte geehrt, die sich weltweit vorbildlich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Die Vereinten Nationen zeichneten OB Dr. Eckart Würzner zusätzlich für sein persönliches Engagement um den Klimaschutz mit einer Medaille aus (ecoGuide berichtete).

Die drei großen Städtenetzwerke

C40-Städtenetzwerk

C40 ist ein Netzwerk aus den 40 größten Städten der Welt, darunter New York, Buenos Aires, Bangkok und Berlin. Ihr Ziel: die Verringerung des Treibhauseffekts. Dem Netzwerk gehören auch 19 kleinere Städte an, die Vorreiter im Klimaschutz sind. Hierzu zählt auch Heidelberg. Das 2005 gegründete Netzwerk setzt auf die Kooperation großer Städte zur Reduktion der CO2-Emissionen. Vorsitzender ist der Bürgermeister von Rio de Janeiro, Eduard Paes.

ICLEI („Internationaler Rat für Kommunale Umweltinitiativen“)

Auftrag von ICLEI ist es, eine weltweite Bewegung von Kommunen auszubauen und zu unterstützen. Das Ziel ist, durch konzertiertes kommunales Handeln spürbare Verbesserungen der globalen Umweltbedingungen und eine zukunftsbeständige Entwicklung zu erreichen. Mehr als 1.000 Kommunen aus aller Welt haben sich ICLEI bisher angeschlossen, u.a. auch Heidelberg. Präsident von ICLEI ist der Bürgermeister von Seoul, Park Won-soon.

Städtenetzwerk „Energy Cities”

„Energie Cities“ ist der Zusammenschluss europäischer Gemeinden, die sich eine langfristige lokale Energiepolitik zum Ziel gesetzt haben. Die Mitglieder entwickeln gemeinsam wirkungsvolle Handlungsstrategien für den Klimaschutz, tauschen Erfahrungen und Know-how aus, erarbeiten Projekte zum Klimaschutz und nehmen gezielt Einfluss auf die Politik der EU. Knapp 200 Mitglieder aus 30 Ländern, die über 1.000 Städte repräsentieren, werden durch „Energy Cities“ vertreten. Dr. Eckart Würzner ist seit 2005 Präsident des Städtenetzwerkes.