Lilmburgerhof Energiekarawane

Kita-Projekt zur Energiekarawane in Limburgerhof. Foto: Metropolregion Rhein-Neckar

In Ludwigshafen fiel am 25. September 2013 der offizielle Startschuss für die 50. Energiekarawane in der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN). Die Aktion der „Initiative Energieeffizienz“ richtet sich an Hausbesitzer und informiert diese bei einer kostenlosen Erstberatung über die Möglichkeiten und den Nutzen einer energetischen Sanierung. Im Fokus stehen dabei Wohnviertel mit Ein- bis Zweifamilienhäusern, insbesondere aus den 1950er- bis 1970er-Jahren. „Ungefähr ein Drittel des Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf private Haushalte. Das Einsparpotenzial ist daher riesig. Dies gilt insbesondere für Häuser, die vor der ersten Wärmeschutzverordnung aus dem Jahr 1978 gebaut und bislang noch nicht energetisch saniert wurden“, sagt Bernd Kappenstein, Leiter des Fachbereichs „Energie und Umwelt“ bei der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH.

Dass die 50. Energiekarawane in den Ludwigshafener Stadtteilen Edigheim und Pfingstweide durchgeführt wird, wertete Dr. Eva Lohse, Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen und Vorsitzende des Verbandes Region Rhein-Neckar, als besonderen Glücksfall. Schon seit vielen Jahren stehen Energieeinsparung und Klimaschutz ganz oben auf der Agenda der Stadt. „Die Energiekarawane ist als pfiffige Idee gestartet und zwischenzeitlich zur Erfolgsstory gewachsen“, lobt Dr. Lohse die Initiatoren.

Kostenlose Vor-Ort-Beratungen

Im Rahmen der Energiekarawane werden bei einer Vor-Ort-Begehung mit einem zertifizierten Energieberater verschiedene Einsparmöglichkeiten aufgezeigt – angefangen bei kleineren Maßnahmen wie der Dämmung von Kellerdecke und Dachboden über die Modernisierung der Heizungsanlage bis hin zur Hausdämmung. „Viel zu oft müssen sich Hausbesitzer mühevoll ihren Weg durch den Sanierungs- und Förderdschungel bahnen. Bei der Energiekarawane drehen wir dieses Prinzip durch die direkte persönliche Ansprache um“, so Dr. Lothar Meinzer, Geschäftsführer der EnergieEffizienzAgentur Rhein-Neckar. Eine Energiekarawane wird dabei immer in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Kommunen organisiert und durchgeführt. Im Vorfeld wählt die Kommune ein geeignetes Quartier mit ungefähr 400 Häusern aus. Die Besitzer werden persönlich angeschrieben und auf die Gratis-Beratung hingewiesen. Bei Interesse wird ein Termin vereinbart.

Um die Aufmerksamkeit der Bürger zu gewinnen, zeigten sich die Kommunen vielerorts überaus kreativ: Beispielsweise zogen die Energieberater in Viernheim mit echten Kamelen von Haus zu Haus. In Limburgerhof wurde der Auftakt der Energiekarawane z.B. mit einem Aktionstag der Vorschulkinder zum Thema Energiesparen begleitet.

Bislang werden jährlich etwa 4,5 Millionen Liter Heizöl eingespart

Wie die jüngsten Zahlen belegen, eignet sich dieses innovative Konzept sowohl für kleine Orte wie z.B. Wiesenbach (knapp 3.000 Einwohner) als auch für Großstädte wie Mannheim (über 300.000 Einwohner): Bei den bislang durchgeführten 49 Energiekarawanen – davon 22 im badischen, 17 im pfälzischen und 10 im hessischen Teil der MRN – wurden über 5.000 Beratungsgespräche geführt. Für 80 Prozent der Bürger war es die erste Energieberatung. In sechs von zehn Fällen haben die Hausbesitzer innerhalb eines Jahres konkrete Maßnahmen ergriffen oder planen dies in naher Zukunft. Dank der bis dato umgesetzten Maßnahmen können jährlich rund 4,5 Millionen Liter Heizöl eingespart und die Kohlendioxid-Emissionen um 11.250 Tonnen reduziert werden. Insgesamt wurden seit 2009 Investitionen in Höhe von etwa 31 Millionen Euro angestoßen, in den meisten Fällen wurden Handwerksbetriebe aus der Region beauftragt.

Halbe Million Euro Fördermittel vom Bund

Während sich in der ersten Projektphase die Länder an der Finanzierung der Energiekarawanen beteiligten, wird das Projekt seit Sommer 2012 mit Bundesmitteln durchgeführt. Bis Anfang 2015 stellt das Bundesumweltministerium im Rahmen seiner Klimaschutzinitiative knapp 500.000 Euro zur Verfügung. Weitere Projektpartner sind die Volksbanken und Sparkassen aus der Region. Dank dieser Unterstützung werden in diesem Jahr 13 weitere Energiekarawanen starten, u.a. in Haßloch, Heppenheim und Hirschberg. Für 2014 sind bereits jetzt über 25 Energiekarawanen geplant.