Europäische Klimapolitik in Heidelberg: Der elfköpfige Vorstand des Städtenetzwerkes Energy Cities hat am Freitag, 5. Februar 2016, im Heidelberger Rathaus über die klimapolitische Ausrichtung im Jahr 2016 beraten. Energy Cities ist ein Zusammenschluss europäischer Gemeinden, die sich eine langfristige lokale Energiepolitik zum Ziel gesetzt haben. Die Mitglieder des Städtenetzwerkes entwickeln gemeinsam wirkungsvolle Handlungsstrategien für den Klimaschutz, tauschen Erfahrungen und Know-how im Energiebereich aus, erarbeiten Projekte zum Klimaschutz und nehmen gezielt Einfluss auf die Politik der Europäischen Union in den Bereichen Energie-, Umwelt- und Stadtpolitik.

Weltklimagipfel, Landesvertretung und „Energy Cities“-Konferenz 2016

Die Vertreter des Städtenetzwerkes sprachen über die Klimapolitik in 2016 und über die Umgestaltung der Vereinbarung zu Erneuerbaren Energien. Ein wichtiges Thema war die Weltklimakonferenz „COP21“ im Dezember 2015 in Paris: Prof. Dr. Jale Tosun vom Institut für Politische Wissenschaft (IPW) der Universität Heidelberg stellte eine Analyse des Klimagipfels vor. Das Umweltamt arbeitet bei verschiedenen Projekten mit dem IPW zusammen. Des Weiteren berichtete Johannes Jung, Leiter der Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der EU, über die Zusammenarbeit der Vertretung mit den Kommunen und über eine baden-württembergische Initiative in Paris, bei der es um Finanzierungsinstrumente für Kommunen geht.

Zudem ging es um die große „Energy Cities“-Konferenz, die im Juni 2016 in der türkischen Stadt Bornova stattfinden wird. Aus diesem Grund ist eine zehnköpfige Delegation der westtürkischen Stadt nach Heidelberg gekommen. Die Stadt hat rund 430.000 Einwohner und ist seit 2011 im Städtenetzwerk aktiv – seit 2013 im Vorstand. Die Energy Cities-Gäste besichtigten nach der Tagung den Passivhaus-Stadtteil Bahnstadt.

Hintergrund-Infos

Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner ist seit 2005 Präsident des Städtenetzwerkes. Im Vorstand von Energy Cities sind neben Heidelberg folgende Städte durch ihre Bürgermeisterinnen oder Bürgermeister vertreten: Aberdeen (Großbritannien), Bielsko-Biala (Polen), Bornova (Türkei), Brüssel (Belgien), die Grafschaft Cork (Irland), Delft (Niederlande), Dijon (Frankreich), Helsinki (Finnland), Riga (Lettland) und Växjö (Schweden).

Knapp 200 Mitglieder aus 30 Ländern, die über 1.000 Städte repräsentieren, werden durch Energy Cities vertreten. Heidelberg arbeitet eng mit Energy Cities zusammen. Das Städtenetzwerk hat den Konvent der Bürgermeister (Convenant of Mayors) initiiert und dafür ein Büro in Brüssel eingerichtet, um von dort den Prozess zu begleiten.