Viernheim Energiekarawane

Die Energiekarawane kommt nach Viernheim (v.l.): Eric Träger (Sparkasse Starkenburg), Annette Rihm (Brundtlandbüro), Philipp Granzow (Brundtlandbeauftragter), 1. Stadtrat Jens Bolze, Dr. Lothar Meinzer (Effizienzagentur E2A) und Alfred Probst (Volksbank Darmstadt-Südhessen). Foto: Stadt Viernheim

Ab 7. Oktober 2013 ist die Energiekarawane wieder „on Tour” durch Viernheim. Bereits zum 7. Mal können sich Viernheimerinnen und Viernheimer in den eigenen vier Wänden rund um das Thema Energieeinsparungen beraten lassen. Zielgebiet ist dieses Mal der Westen Viernheims (zwischen A6 und Beethovenstraße bzw. Pestalozzi- und Uhlandstraße). Nicht nur in Viernheim ist dieses Projekt bei Bürgern beliebt, auch in vielen anderen Städten der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) findet es viel Zulauf, so dass die Viernheimer Energiekarawane bereits die 52. der gesamten Region ist. Fünf erfahrene Energieberater werden dabei den Westen Viernheims ansteuern, um den Hausbesitzern effiziente Haustechnik und zukunftsweisenden Wärmeschutz ans Herz zu legen. Bereits vor zwei Wochen wurden die Hauseigentümer angeschrieben, um sich für die Aktion anzumelden. 40 Beratungswünsche sind schon im Brundtlandbüro eingegangen.

Wie auch in 2012 sind neben dem Brundtlandbüro der Stadtverwaltung Viernheim auch die „Initiative Energieeffizienz” der MRN, die Volksbank Darmstadt-Südhessen sowie die Sparkasse Starkenburg und Energieberater bei der Realisierung des diesjährigen Projektes beteiligt. Am 2. Oktober 2013 lud 1. Stadtrat Jens Bolze zum Pressegespräch und begrüßte dabei Dr. Lothar Meinzer (Energieeffizienzagentur E2A), Alfred Probst (Volksbank Darmstadt-Südhessen), Eric Träger (Sparkasse Starkenburg), sowie Annette Rihm und Philipp Granzow vom städtischen Brundtlandbüro, um sich für den Einsatz am Projekt zu bedanken und um über die aktuelle Energiekarawane zu informieren.

Stadtrat Bolze erläuterte dabei, was sich hinter der Grundidee der Energiekarawane verbirgt. Das größte Energiesparpotenzial stecke in der Sanierung des Gebäudebestandes, so Bolze. Dabei reiche es jedoch nicht, auf bundesweite Förderprogramme zu verweisen. Menschen ließen sich nicht einfach so überzeugen, da auch andere Faktoren, wie Zukunftspläne, Lebenssituation usw. für oder gegen eine Sanierungsmaßnahme sprechen können. Vielmehr benötige man persönliche Gespräche, um Überzeugungsarbeit leisten zu können. Es gilt dabei aufzuzeigen, welche Einsparpotenziale vorhanden sind, wie viel Geld man dauerhaft sparen und welchen Beitrag man zum Klimaschutz leisten könne.

Philipp Granzow, Brundtlandbeauftragter der Stadt, sieht besonders jetzt – in Zeiten steigender Energiepreise – den Bedarf an Beratung und Handlung: „Derzeit herrscht in ganz Deutschland eine große Diskussion über die EEG-Umlage, Wind- und Solarenergie, Photovoltaik und den Netzausbau. Es geht immer ‚nur’ um die Stromerzeugung. Vom Stromsparen ist viel weniger die Rede und von Effizienz ebenso wenig. Dabei könnte man den Anteil der regenerativen Energien verdoppeln, wenn man den Verbrauch halbiert.” Außerdem, so Granzow, werde dem Thema Wärme viel zu wenig Beachtung geschenkt. Ist sie doch für die meisten Haushalte dominierend. 70 Prozent der in Haushalten verbrauchten Energie geht auf das Konto der Heizwärme, 10 Prozent auf das für Warmwasser. Hier setze die Energiekarawane an. „Die Energiekarawane soll deshalb den Bürgern gezielt Einsparpotenziale vor Augen führen. In vielen Kellern ‚schnaufen’ alte Heizkessel, viele Außenwände und Dächer haben noch immer den gleichen Standard wie vor 50 oder 60 Jahren”, so Granzow.

Dr. Lothar Meinzer (E2A) zeigte sich überzeugt von der Wirksamkeit des Projektes und zieht sein Resümee: „Schon damals habe ich an das Projekt geglaubt, aber nun haben wir auch fundiert feststellen können, dass es funktioniert! Unsere regelmäßigen Evaluationen zeigen, dass sich dieses Projekt überall umsetzen lässt: Ob in der Großstadt oder einer kleinen Gemeinde.” Die Auswertung zeigt, dass 25 Prozent der angeschriebenen Eigentümer das Angebot auch annehmen. Wichtig dabei ist, dass dann nicht nur die kostenlose Beratung folgt, sondern auch Konsequenzen gezogen werden: Aufgrund der Initiative setzten 60 Prozent der beratenen Hauseigentümer Maßnahmen um. Sie nehmen große Investitionen vor, können Einsparungen schaffen und tragen gleichzeitig zur Kohlendioxid-Reduktion bei. „Man kann also ganz sicher von einem Erfolgskonzept sprechen”, so Meinzer.

Hervorzuheben ist, dass die Beratung absolut neutral und vertrauenswürdig erfolgt, da sie nicht von privaten Dienstleistern erbracht wird, sondern von unabhängigen Fachleuten. Die Energiekarawane läuft in Viernheim bis 29. November 2013.

Weitere Informationen:
Telefon 0 62 04/9 88-2 22 (Brundtlandbüro)