E-Atlas

Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsstaatssekretär Uwe Hüser und der Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, Thomas Pensel, haben am 7. Dezember 2015 in Mainz den Energieatlas Rheinland-Pfalz präsentiert. Mit dem Energieatlas steht erstmals ein zentrales Datenportal zur Energiewende im Land zur Verfügung. Der Internetauftritt www.energieatlas.rlp.de, den die Energieagentur Rheinland-Pfalz konzipiert und umgesetzt hat, bündelt viele Praxisbeispiele und bereitet die Energiewende regional auf. Er ermöglicht vielfältige individuelle Suchfunktionen.

Wirtschaftsstaatssekretär Uwe Hüser sieht den Energieatlas als wichtigen Schritt zu mehr Transparenz bei den Erneuerbaren Energien: „Die Energiewende in Rheinland-Pfalz ist sehr erfolgreich. Jetzt möchten wir sie übersichtlicher machen. Der Energieatlas ist ein Riesenschritt dazu. Er wird es für die Macher der Energiewende, also Kommunen, Unternehmen und auch die Bürgerinnen und Bürger viel leichter machen, genau zu schauen, wo Erneuerbare Energien genutzt werden und wo beispielhafte Projekte zu Energieeinsparung oder Sanierung stehen, an denen man sich orientieren kann.“

„Wenn man den Energieatlas einmal genutzt hat, weiß man gar nicht mehr, wie man jemals ohne ihn auskommen konnte“, sagte Energieagentur-Geschäftsführer Thomas Pensel. „Wir haben darin relevante Kennziffern zur Energiewende in Rheinland-Pfalz, die von unterschiedlichen Einrichtungen erhoben und in jeweils anderen Abständen aktualisiert werden, erstmals an einer Stelle zusammengeführt und werden sie turnusmäßig aktualisieren. Das spart allen Nutzern viel Zeit und Aufwand.“ Neben dem komfortablen Zugriff auf die neuesten verfügbaren Kennziffern zur Energiewende bietet der Energieatlas viele individualisierbare Möglichkeiten, den Fortschritt beim Ausbau von Erneuerbaren Energien objektiv zu messen, und zu ermitteln, wo noch Handlungsbedarf ist. „Die regionale Aufbereitung der Daten auf Landkreis- und Verbandsgemeindeebene hilft den Kommunen und Unternehmen im Land ganz erheblich bei der Arbeit, etwa bei der Erstellung von Energiebilanzen und -konzepten“, so Thomas Pensel weiter.

Regionalspezifische Daten zu Erneuerbare Energien-Anlagen, Strom und Wärmeerzeugung

Die Daten erstrecken sich auf drei Kategorien: Erneuerbare Energien-Anlagen, Strom und Wärmeerzeugung. Sie können jeweils landesweit nach Landkreisen oder Kommunen abgerufen werden. Die Kategorie Erneuerbare Energien-Anlagen umfasst die Gesamtzahl und Leistung der raumbedeutsamen Anlagen, u.a. aus Windkraft, der Photovoltaik oder Bioenergie. Die Standorte der Anlagen sind in der Rheinland-Pfalz-Karte markiert und können z.B. nach Energieträger, Ort oder Planungsstand gefiltert werden.

In der Kategorie Strom kann man sich die Stromeinspeisung der EEG-geförderten Anlagen nach Energieträgern anzeigen lassen, die Stromerzeugung aus Photovoltaik sowie den Stromverbrauch auf verschiedene Sektoren aufgeteilt. Die Kategorie Wärmeerzeugung aus Erneuerbaren Energien umfasst Anzahl und Wärmepotenzial der BAFA-geförderten Anlagen, also Wärmepumpen, Solarthermie- und Biomasseanlagen.

In allen Kategorien kann gezielt beispielsweise nach bestimmten Jahren oder Zeiträumen gefiltert werden. Die Ergebnisse werden auch in Grafiken angezeigt und können als PDF-Datei gespeichert und ausgedruckt werden. Auswertungen auf Landes-, Landkreis- und kommunaler Ebene können als „regionaler Energiesteckbrief“ ausgegeben werden.

Praxisbeispiele aus dem ganzen Land

Wer es ganz genau wissen will, wie die Energiewende im Land konkret umgesetzt wird, wird im Energieatlas unter dem Menüpunkt Praxisbeispiele fündig. Auch hier bietet die Rheinland-Pfalz-Karte einen Überblick über alle eingepflegten Projekte. Gezielt lassen sich Beispiele auffinden, indem man eingrenzt, ob man beispielsweise Projekte von Bürgern, Kommunen oder Unternehmen sucht, den Zeitraum und den Ort festlegt oder nach Themen filtert. Die Suchergebnisse werden mit Kurzbeschreibung, Fotos und, wo möglich, mit relevanten Kennziffern angezeigt, vor allem wird aber auch zu jedem Projekt ein Ansprechpartner angegeben. Denn, so Thomas Pensel: „Der Energieatlas erleichtert den Zugang zu den wesentlichen Basisinformationen über zahlreiche Projekte. Durch den ´direkten Draht´ zu den Kontaktpersonen in der Kommune, dem Unternehmen oder dem Architekturbüro bei privaten Projekten, motiviert er dazu, sich von den guten Beispielen Anregungen oder fachliche Hinweise zu holen.“

Es gibt weitaus mehr Energiewende-Projekte im Land als die derzeitige Zahl im Energieatlas vermuten lässt. Die Energieagentur wird den Bestand an verfügbaren Beispielen laufend erweitern. Insbesondere Kommunen und Unternehmen sind eingeladen, ihre Projekte im Energieatlas zu präsentieren. Wie das geht und welche Angaben dazu erforderlich sind, kann dem Formular auf der Internetseite www.energieatlas.rlp.de/earp/praxisbeispiele/projekte-melden entnommen werden.

Der Energieatlas Rheinland-Pfalz ist optimiert für die Nutzung am Desktop sowie an Tablet-Computern. Die Kosten für die technische Umsetzung in 2015 belaufen sich auf rund 225.000 Euro.