Bensheim E-Mobilität

Foto: Stadt Bensheim

Der Technologiekonzern TE Connectivity, der Energiedienstleister GGEW AG und das Startup ubitricity bauen die Infrastruktur für Elektromobilität aus. Bensheim kommt dabei eine besondere Stellung zu: Die Stadt wird Modellkommune für den Aufbau einer wirtschaftlichen, intelligenten und mobilen Ladeinfrastruktur inklusive Abrechnung. Ziel der Projektpartner ist es, bis Ende 2015 50 Ladepunkte zu installieren. Bensheim werde mit diesem Pilotprojekt Vorbild für einen ganzheitlichen und nachhaltigen kommunalen Infrastrukturaufbau, betonen Bürgermeister Rolf Richter und GGEW-Vorstand Dr. Peter Müller. Damit sollen für Unternehmen in Bensheim die Voraussetzungen geschaffen werden, verstärkt Elektroautos als Firmenautos einzusetzen. So könnte etwa ein Mitarbeiter sein Fahrzeug auf dem Parkplatz seines Arbeitsplatzes oder daheim in der Garage aufladen, dank mobilem Zähler ohne großen Aufwand bei der Abrechnung. Auch für Park & Ride-Parkplätze bietet sich diese Technologie an.

„Ich freue mich sehr, dass die Stadt Bensheim in diesem Bereich Wegbereiter für die gesamte Region ist. Die öffentliche Hand muss hinter der konsequenten Verbreitung der Elektromobilität stehen, damit die regionale Förderung von E-Mobilität beispielsweise auch zum Schutz der Umwelt ermöglicht wird“, erläuterte Bürgermeister Rolf Richter. „Künftig wird die Stadtverwaltung selbst Elektroautos im Einsatz haben und gleichzeitig praktische Erfahrungen mit der Elektromobilität sammeln“, ergänzte der zuständige Dezernent Adil Oyan.

Elektroautos an der Straßenlampe tanken

Für den Verkehr von morgen wird der Elektroantrieb eine wichtige Rolle spielen. Doch der Übergang braucht Zeit. Das liegt z.B. an der begrenzten Speicherkapazität der Batterien. Auch die Verfügbarkeit von Ladestationen ist eine entscheidende Größe. Bislang lassen sich Elektrofahrzeuge kaum irgendwo aufladen. Das Berliner Unternehmen ubitricity will genau das ändern. „Durch den Einsatz intelligenter mobiler Stromzähler senkt ubitricity die Kosten für Ladeinfrastruktur erheblich“, erläutert Dr. Frank Pawlitschek, Mitgründer und Geschäftsführer von ubitricity. Bringen Autofahrer einen Stromzähler mit Kommunikationstechnologie im Ladekabel oder eingebaut ins Elektrofahrzeug zum Ladepunkt mit, genügen vor Ort spezielle Steckdosen. Diese kommen praktisch ohne laufende Kosten aus und können aufgrund ihrer geringen Größe nahezu überall installiert werden, so z.B. montiert an eine Wand oder eingebaut in den Mast einer Straßenlaterne.

Ähnlich wie beim Mobiltelefon bringen Autofahrer mit dem mobilen Stromzähler auch ihren Stromvertrag zum Ladepunkt mit. So wird intelligente Ladeinfrastruktur überall bezahlbar, wo Fahrzeuge ohnehin parken. Und nicht nur das – durch den mobilen Stromzähler können die Autofahrer ihren Stromanbieter und Tarif selbst bestimmen. Interessierte haben die Möglichkeit, sich über die preisgünstigen Stromtankangebote bei der GGEW AG zu informieren.

Wie kommt die Stromrechnung zum Autofahrer?

Hier spielt das in Bensheim ansässige Unternehmen TE Connectivity eine signifikante Rolle. Die Fahrzeuge sollen gleichzeitig sparsamer, sauberer, sicherer und komfortabler werden. Als langjähriger Partner sowohl der Automobilindustrie als auch der Energieanbieter übernimmt TE Connectivity die Serienfertigung für das intelligente Ladekabel und die Ladedose auf Grundlage der Mobile Metering Technologie und liefert die somit passende Hardware für das innovative System. „Von Beginn an haben wir uns auf die Entwicklung von Komponenten für Hybrid- und Elektrofahrzeuge konzentriert. Durch den Einsatz unserer passenden Hardware in Kombination mit dem Mobile Metering System von ubitricity ist es möglich, ein flächendeckendes und kostengünstiges Netz an Ladepunkten aufzubauen. Wir sind überzeugt, mit unseren intelligenten Lösungen im Bereich Elektromobilität einen wichtigen Beitrag zu dieser technologischen Zeitwende im Automobilbau zu leisten“, erklärt Eric Küppers von TE Connectivity.

Schließt der Kunde sein Auto an, kommuniziert der Zähler im intelligenten Ladekabel über eine drahtlose Internetverbindung und autorisiert den Ladevorgang. Am Ende des Ladevorgangs wird die abgezapfte Strommenge vollautomatisch weitergegeben, ubitricity bereitet die Daten auf und liefert sie an die GGEW AG oder einen anderen Stromanbieter, mit dem der Kunde einen Mobilstrom-Vertrag hat.