Auf Anregung von Dr. Matthias Schmidt von der Anästhesie der GRN-Klinik in Eberbach wird am 25. September 2014 in Eberbach, in der Mehrzweckhalle an der Dr. Weiß-Schule (von 10.00 – 12.00 Uhr), ein Modellprojekt im Rahmen der bundesweiten Aktion „Woche der Wiederbelebung in Deutschland“ des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten durchgeführt.

Was die Ausstattung von Eberbach mit Defibrillatoren betrifft (derzeit ca. 30), die dezentral über die Stadt verteilt sind, so werden in der Neckarstadt dank der Bürgerstiftung und vieler anderer Spender Maßstäbe gesetzt. Obwohl die Geräte selbsterklärend sind, gibt es noch eine Diskrepanz zwischen der breiten Verfügbarkeit probater technischer Hilfsmittel und der Zahl derer, die sie im Ernstfall auch ohne jegliche Berührungsängste anwenden könnten oder würden. Laut Statistik werden in Fällen von Herzstillstand in Deutschland nur von 17 Prozent der potenziellen Ersthelfer die einfachen aber lebensrettenden Maßnahmen vorgenommen, die zum Überleben der Infarktpatienten bis zum Eintreffen der Notärzte notwendig sind.

Ersthelferverhalten soll von Kindesbeinen eingeübt werden

In Eberbach ist aufgrund der breiten Verfügbarkeit von Defibrillatoren sogar weit mehr möglich. Deshalb soll dort das Ersthelferverhalten von Kindesbeinen eingeübt werden. Beispielgebend sind die Zahlen in den skandinavischen Ländern: In Dänemark z.B. liegt die Quote der erfolgreichen „Laien-Reanimationen“ bislang sogar schon bei 50 Prozent. In der Stadt am Neckar sollen im Rahmen des Testlaufes zunächst rund 250 Schüler und Schülerinnen ab Klasse 2 der Dr. Weiß-Grund- und Förderschule darauf geschult werden, beim Auftreten von lebensgefährlichen Situationen die jeweils notwendigen Maßnahmen zu treffen und zwar vom Notruf bis hin zu den Techniken der modernen Erste-Hilfe-Möglichkeiten, einschließlich der Reanimation.

Die Eberbacher Schulen, die Notarztabteilung der GRN-Klinik, das Deutsche Rote Kreuz Heidelberg und Eberbach sowie die Stadtverwaltung wollen Hand in Hand dafür sorgen, dass in Eberbach eine Generation heranwächst, für die Erste Hilfe bis zum Eintreffen der Notärzte mit allen methodischen und technischen Mitteln der Laien-Ersthelfer unserer Zeit zur Selbstverständlichkeit wird.

Berührungsängste im Zusammenhang mit Erster Hilfe sollen abgebaut werden

Alle Verantwortlichen sehen hier die Notwendigkeit, Berührungsängste im Zusammenhang mit Erster Hilfe möglichst früh abzubauen und bereits im Schulalter alle erforderlichen Kenntnisse über eine erfolgreiche Erste Hilfe zu vermitteln und so in den Köpfen zu verankern, dass das bisher schwächste Glied in der Rettungskette, die Minuten bis zum Eintreffen professioneller ärztlicher Hilfe, wesentlich gestärkt wird.

Weitere Informationen:
www.einlebenretten.de