Das Regierungspräsidium Karlsruhe plant, das baden-württembergische Brombachtal unterhalb Brombachs (Stadtteil von Eberbach) als Naturschutzgebiet auszuweisen. Am 6. Juni 2014 wird der zuständige Referent Dr. Christoph Aly das Gebiet im Rahmen eines ein- bis zweistündigen Rundgangs vorstellen (Treffpunkt 16.30 Uhr, Parkplatz am Ortseingang). Unterwegs und anschließend besteht Gelegenheit, Fragen und Anregungen zur Ausweisung als Naturschutzgebiet zu erörtern. Interessierte Bürger sind eingeladen, an diesem Rundgang teilzunehmen.

Hintergrundinformationen

Das Brombachtal ist ein landschaftlich reizvolles, von Wald umgebenes Wiesental des Odenwaldes. Es ist bis zur Landesgrenze im Süden überwiegend im Besitz des Landes Baden-Württemberg. Ein Wanderschäfer betreibt hier eine extensive landwirtschaftliche Nutzung, Äcker und Gärten gibt es nicht. Die in diesem Abschnitt des Tals vorkommenden Tier- und Pflanzenarten wurden 2013 kartiert. Dokumentiert wurden Biotoptypen sowie die vorkommenden Arten aus der Gruppe der Vögel, Reptilien, Amphibien, Heuschrecken, Schmetterlinge sowie der im Brombach lebenden Organismen.

Von zentralem naturschutzfachlichen Interesse war der Nachweis mehrerer Exemplare der in Baden-Württemberg vom Aussterben bedrohten Äskulapnatter. Der Nachweis sowohl von zwei Jungtieren als auch von zwei geschlechtsreifen Tieren belegt, dass die Äskulapnatter sich im Brombachtal fortpflanzt. Damit wäre dies das erste Naturschutzgebiet Baden-Württembergs, in dem diese Art vorkommt. Als weitere, in Baden-Württemberg vom Aussterben bedrohte Arten wurde der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling neben seiner Schwesterart, dem in Baden-Württemberg gefährdeten Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling sowie im Brombach die Köcherfliege nachgewiesen. Fünf im Gebiet lebende Arten sind in Baden-Württemberg stark gefährdet: die Bechsteinfledermaus, die Breitflügel-Fledermaus, das Große Mausohr, die Sumpfschrecke sowie im Brombach die Köcherfliege.

Das Brombachtal zeichnet sich darüber hinaus durch eine artenreiche Schmetterlings- und Heuschreckenfauna aus: 34 Schmetterlingsarten, davon 11 auf der Roten Liste oder der Vorwarnliste sowie 20 Heuschreckenarten, davon sechs auf der Roten Liste oder der Vorwarnliste, sind für ein derart kleines Gebiet hervorragende Ergebnisse. Ebenfalls hervorragend ist die Wasserqualität des Brombachs, der Lebensraum einer beeindruckenden Vielzahl von Reinwasser-Organismen ist.

Die Ergebnisse belegen, dass das Tal als Lebensraum auch extrem seltener und gefährdeter Tierarten höchst schützenswert ist und die naturschutzfachlichen Kriterien eines landesweit bedeutsamen Naturschutzgebietes erfüllt. Die Gefährdung des Brombachtals besteht im Wegfall der extensiven Wiesennutzung und der Intensivierung der landwirtschaftlichen und der Freizeitnutzung.