„Teufelsnadeln“ und „Augenstecher“ wurden sie früher genannt. Als „Jäger der Lüfte“ vollbringen sie wahrhaft akrobatische Leistungen. Die Rede ist von Libellen, die viele Menschen faszinieren, die aber vielerorts immer seltener werden. Um einen Überblick über deren Vorkommen im Raum Heidelberg zu bekommen, ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in Heidelberg die Bevölkerung nun auf, Beobachtungen zu melden.

„Libellen sind für den Menschen völlig harmlos, sie können nicht stechen“, so Experte Michael Post. „Im Flug erbeuten die vierflügeligen Insekten ihre Nahrung wie Mücken und andere Insekten. Manche paaren sich sogar fliegend und legen aus der Luft ihre Eier. Als Ei oder als Larve überwintern sie, nur Winterlibellen überstehen Frost auch als Erwachsene“.

81 Libellenarten gibt es in Deutschland

Jetzt im Sommer sieht man sie an kleinen Bächen und (Garten-)Teichen ebenso wie an großen Seen und Flüssen fliegen. Der Grund ist, dass die Larven im Wasser leben. Für die Entwicklung vom Ei bis zum flugfähigen Tier brauchen einige Arten nur Wochen, andere bis zu fünf Jahre. Am Ende steigt die Larve aus dem Wasser, die Larvenhaut platzt auf, und die noch weiche Libelle schlüpft heraus. Die Zeit zwischen dem Schlupf und dem Aushärten von Körper und Flügeln ist die gefährlichste Zeit in ihrem Leben. Nach dem Jungfernflug verbringt sie die ersten Tage abseits der Gewässer. Manche wagen sogar eine Fernreise, wie die Frühe Heidelibelle, die häufig im Frühjahr aus Südeuropa nach Deutschland einfliegt. Meist überleben die Nachkommen dieser wärmeliebenden Art den nächsten Winter nicht. Libellen mögen es nicht zu kühl. Doch wenn es zu heiß wird, dann suchen auch sie den Schatten auf. 81 Arten gibt es in Deutschland. Der BUND Heidelberg möchte nun wissen, wo diese faszinierenden Tiere in Heidelberg vorkommen.

Der BUND bittet die Bevölkerung, Beobachtungen zu melden unter:
bund.heidelberg@bund.net