Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald, kritisiert die von der Stadt Mannheim geplante Informationskampagne zum Bürgerentscheid am 22. September 2013: Die Stadt plant 268.000 Euro aufzuwenden und verletzt damit die Chancengleichheit. Kritische Argumente sind nicht zu erwarten, da die Gemeindeordnung lediglich die Information über die in den Gemeindeorganen vertretenen Positionen vorschreibt. Der BUND kritisiert, dass städtische Beamte und Angestellte angehalten werden, sich für die Bundesgartenschau (BUGA) einzusetzen.

„Herr Kurz greift hier massiv in die Wahlfreiheit ein, indem er mit Steuergeldern versucht, die Menschen zu beeinflussen“, sagt Richard Landenberger, Vorsitzender des BUND-Regionalverbands. „Weder Verbände noch Bürgerinitiativen können solche Geldmengen mobilisieren. Mit einem fairen Wettbewerb der Argumente hat das nichts mehr zu tun. Zudem verhält sich Herr Kurz wie ein Feudalherr, der seinen Untergebenen nahelegt, sich öffentlich für die BUGA einzusetzen.“

Heute (10. Juli 2013) wurde bekannt, dass Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz beim Gemeinderat Mittel beantragt hat, um für den Bürgerentscheid zur BUGA am 22. September zu werben. Insgesamt seien für den Bürgerentscheid 268.000 Euro nötig, worin aber auch eine Werbekampagne für die BUGA enthalten sei. Hierbei sollen u.a. Plakate an Häusern und Gebäuden, Kinowerbung, Faltblätter, Broschüren und Onlinemarketing enthalten sein. Die Verbände und Bürgerinitiativen, die sich gegen die BUGA in der momentan geplanten Form positionieren, halten solche Werbekampagnen einer hoch verschuldeten Stadt für reine Geldverschwendung.

Der Mannheimer Morgen berichtet heute auch über eine interne E-Mail von Herrn Kurz an alle städtischen Beamten und Angestellten, in der diese aufgefordert werden „nicht nur für eine Teilnahme an der Abstimmung, sondern auch in der Sache für die Durchführung einer Bundesgartenschau werben“. Der BUND kritisiert, dass Herr Kurz hier seinen Status als Dienstherr ausnutzt, um Druck auf seine Angestellten auszuüben. Zwar akzeptiere er auch, wenn sich Personen „gegen die Durchführung einer Bundesgartenschau positionieren“, aber die Botschaft sei trotz dieser gnädigen Geste deutlich, so der BUND.