Scharfe Kritik äußert der Kreisverband Bergstraße des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) an der Erklärung des Zweckverbandes Abfallwirtschaft (ZAKB), weiterhin die Planung von Windkraftanlagen auf der Deponie bei Hüttenfeld betreiben zu wollen. „Die Windrotoren würden ausgerechnet in einem der Hauptwege für den Vogelzug im Rheintal stehen“, moniert Guido Carl, Vorsitzender des BUND Bergstraße: „Schlagopfer unter seltenen Vogelarten sind damit bereits vorhersehbar.“ Darunter befinden sich bedrohte Arten wie beispielsweise der Kranich, der Schwarzstorch und der Rotmilan. Letzterer ist aber nicht nur Durchzieher, sondern er brütet auch im näheren Umfeld der Deponie ebenso wie eine Reihe weiterer Arten, die durch Windkraftanlagen besonders gefährdet sind. Dazu gehören Weißstorch, Schwarzmilan, Baumfalke, Wanderfalke und Rohrweihe.

„Besonders gefährdet sind auch eine Reihe von Fledermausarten, die nach europäischem Naturschutzrecht streng geschützt sind“, ergänzt Sabine Hodges, Ortsbeauftragte des BUND für Hüttenfeld, die Kritik. In den Natura-2000-Gebieten bei Hüttenfeld sind 14 Fledermausarten nachgewiesen. Der Kleine Abendsegler, der in seinem Bestand extrem bedroht ist, hat im Umfeld der Deponie nur noch wenige Populationen und ist stark schlaggefährdet. Das Gleiche gilt für die ebenso bedrohte Große Bartfledermaus, die im hessischen Ried wahrscheinlich noch die höchste Siedlungsdichte in ganz Hessen hat, was alleine einen Grund dafür darstellen sollte, in ihrem Umfeld keine Windräder zu errichten.

Der BUND befürwortet Windkraftanlagen dort, wo die Windhöffigkeit hoch und das Konfliktpotenzial mit dem Artenschutz gering ist. Nur dadurch ist gewährleistet, dass die nötige Menge an Windstrom mit dem geringstmöglichen Eingriff in Natur und Landschaft auskommt. Wenn, wie von der hessischen Landesregierung vorgesehen, zwei Prozent der Landesfläche als Windvorranggebiete ausgewiesen werden sollen, dann müssen es die Flächen sein, die ausreichend Windpotenzial besitzen. Gemäß der Windpotenzialkarte des hessischen Energieministeriums ist der Standort auf der Hüttenfelder Deponie nicht geeignet, um als Windkraftvorranggebiet ausgewiesen zu werden. Der BUND fordert deshalb den ZAKB auf, von seinen Windkraftplänen Abstand zu nehmen.