„Der Pfälzerwald ist ein Stück unberührte Natur und zugleich eine einzigartige Kulturlandschaft. Im Dialog mit den französischen Partnern wollen wir das Biosphärenreservat zu einer Modellregion entwickeln, von der Natur und Menschen profitieren“, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken am 21. September 2016 zur Eröffnung der Fachtagung ‚Biosphärenreservat Pfälzerwald – Nordvogesen, eine Region mit Zukunft‘. „Das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands ist Hotspot der Biodiversität und seit neuestem auch wieder Heimat von Luchsen. Die Wooge und Triftbäche im Pfälzerwald sind kulturhistorische und landschaftliche Juwele. Auch die natürliche Dunkelheit im Pfälzerwald ist selten und wertvoll, so dass wir ihn von der International Dark-Sky Association als ‘Sternenpark Pfälzerwald’ anerkennen lassen wollen“, so Höfken. Das Großschutzgebiet gelte es zudem als Wirtschaftsfaktor der Region, besonders im Bereich Tourismus und Naherholung weiterzuentwickeln. Der Pfälzerwald sei bereits jetzt eine Marke mit touristischen Alleinstellungsmerkmalen, wie die Hütten des Pfälzerwald-Verein, die Winzerdörfer, die gute Küche und regionalen Produkte, so Höfken.

Gemeinsam mit dem Träger des Biosphärenreservats, dem Bezirksverband Pfalz, wolle das Umweltministerium diese Projekte und Maßnahmen voranbringen und weiter die „Hausaufgaben“ aus dem letzten Bericht des MAB-Komitees der UNESCO umsetzen. Dazu gehöre die Erweiterung der Kernzonen im Biosphärenreservat auf die von der UNESCO geforderten drei Prozent der Gesamtfläche. „Dieses Ziel wollen wir gemeinsam mit den Kommunen und Verbänden im Jahr 2017 erreichen“, so Höfken. Die Nationale Biodiversitätsstrategie sehe vor, dass zehn Prozent des Staatswaldes Wildnis werden. Neben dem Nationalpark, dem Naturschutzgebiet Bienwald oder den Auwäldern am Rhein tragen auch die Kernzonen im Biosphärenreservat dazu bei, ein Stück Wildnis in Rheinland-Pfalz entstehen zu lassen.

In 2016 gestartet: EU-LIFE-Projekt

In 2016 gestartet sei auch ein EU-LIFE-Projekt zur Entwicklung eines grenzüberschreitenden Biotopverbundes. Durch Korridore und Trittsteine sollen die Lebensräume für Tiere und Pflanzen durchgängig werden. Davon profitierten nicht nur Luchs und Wildkatze, die bereits zu ‚Aushängeschildern‘ des Pfälzerwalds geworden seien, erklärte die Ministerin. Mit Unterstützung der Aktion Blau Plus des Umweltministeriums werden weitere Leuchtturmprojekte zur Entwicklung von Triftgewässern und Wooge im Pfälzerwald umgesetzt. Im Eußerthal entstehe mitten im Biosphärenreservat eine Forschungs- und Umweltbildungsstation der Universität Koblenz-Landau. „Hier wird Gewässer- und Artenschutz mit Wissenschaft und Umweltbildung kombiniert und zum Modell für andere Regionen“, sagte Höfken. Zudem stehe der Ausbau von Klimaschutzkonzepten oder die Verbesserung der Mobilität, z.B. mit Carsharing und E-Bikes, auf der Vorhabenliste im Biosphärenreservat Pfälzerwald.