„Ab sofort sind die stündlichen Werte der Ortsdosisleistung von 16 behördlichen Messstellen allen Interessierten frei im Internet zugänglich. Das sind die aktuellsten Daten zur radiologischen Situation rund um das AKW Biblis. Diese Information wird besonders den Bürgerinnen und Bürgern der Region während des geplanten Abbaus des AKW Biblis Gewissheit über die Strahlenbelastung geben“, sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz am 30. März 2015 in Wiesbaden.

Rund um das Atomkraftwerk in Biblis ist ein engmaschiges Netz von behördlichen Messsonden installiert, die kontinuierlich Daten zur aktuellen Strahlenexposition in der Region liefern. Auf einer eigens angelegten Internetseite des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) werden diese Daten zur Ortsdosisleistung (ODL) jetzt der Öffentlichkeit in Form von Grafiken und Messwertetabellen zur Verfügung gestellt.

Auffällige Änderungen oder Schwankungen der Messwerte werden kommentiert

Die Messwerte zeigen im Normalfall die radioaktive Strahlenexposition, wie sie durch natürlich vorkommende Stoffe im Boden und in der Luft verursacht wird. Zusätzlich werden auch Daten zu Niederschlägen in der Region gezeigt, weil die ODL-Messwerte durch Regen oder Schnee beeinflusst werden können. Jede Veränderung dieses natürlichen ODL-Hintergrunds durch künstliche Einflüsse würde von den Messsonden erkannt und angezeigt. „Es war uns wichtig, dass diese Daten nicht einfach so ins Netz gestellt werden. Das könnte zu Verwirrungen oder zu Missverständnissen führen. Darum werden alle auffälligen Änderungen oder Schwankungen der Messwerte auch immer kommentiert“, so Ministerin Priska Hinz.

Mit der Veröffentlichung der Daten kommt die hessische Umweltministerin einem Wunsch des Informationsforums Biblis nach. Dieses Gremium wurde vom Landkreis Bergstraße und der Gemeinde Biblis mit Unterstützung des Umweltministeriums ins Leben gerufen. Es handelt sich um eine Veranstaltung, in der Bürgerinitiativen, Kommunen und Verbände sowie die interessierte Öffentlichkeit Fragen zum geplanten Rückbau des Atomkraftwerks Biblis stellen können. Auch die Betreiberin des Kraftwerks, die RWE Power AG, nimmt als geladener Gast am Informationsforum teil. In einer der Sitzungen des Informationsforums wurde von Vertretern der Bürgerinitiativen der Wunsch geäußert, Messwerte zur Strahlenexposition rund um das Kraftwerk der Öffentlichkeit möglichst zeitnah zugänglich zu machen.

Rückbau des AKW Biblis soll möglichst transparent gestaltet werden

„Genau für solche Anliegen haben wir das Informationsforum ins Leben gerufen. Wir wollen den von Allen ersehnten Rückbau des AKW Biblis möglichst transparent gestalten. Die Bürgerinnen und Bürger machen sich bei allen Themengebieten rund um die Atomkraft auch große Sorgen um ihre Sicherheit. Wenn wir den Menschen vor Ort also Ängste und Sorgen nehmen können, dann wollen wir das auch gerne tun“, unterstrich Priska Hinz die Bedeutung des Informationsforums.

Ergänzend sind die Infos auch auf den Internetseiten des Kreises Bergstraße und der Gemeinde Biblis einsehbar.

Weitere Informationen:
www.hlug.de/start/strahlenschutz/arbeitsgebiete/ueberwachung-kerntechnischer-anlagen/kernkraftwerk-biblis-messnetz.html