Fahrradkurs Bensheim

Foto: Stadt Bensheim

Neben Sprache ist auch Mobilität ein wichtiger Aspekt für eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft. Die städtische Frauenbeauftragte in Bensheim, Marion Huhn, weiß das aus ihrer jahrelangen praktischen Arbeit mit dem Internationalen Frauentreff. Seit 2009 bietet sie Frauen mit Migrationshintergrund einen Fahrradkurs an und macht sie damit nicht nur mobiler, sondern auch selbstständiger.

Mehrere Institutionen unterstützen den Fahrradkurs

Denn in aller Regel haben die im Umgang mit dem Zweirad unerfahrenen Frauen nach Abschluss der Kurswoche auch die Möglichkeit, das Fahrrad für kleines Geld zu erwerben. Möglich machen dies alles die seit Jahren bewährten Kontakte der überzeugten Netzwerkerin Marion Huhn. Mit im Boot für den Fahrradkurs sind gleich mehrere Institutionen: Da ist das Diakonische Werk mit der Drahtesel-Klinik am Weidenring (stellt die Zweiräder zur Verfügung). Dazu kommt die SSG mit ihrer Integrationsbeauftragten Dorothee Sachinian, die seit 2010 den Frauen in der Kurswoche von Montag bis Freitag jeden Morgen zwei Stunden lang nicht nur das Fahren mit dem Rad beibringt: auch Fahrradkunde gehört dazu und vor allem die Straßenverkehrsregeln. Unterstützt wird sie dabei von der Hessischen Jugendpolizeischule, die entsprechende Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellt. Die Geschwister-Scholl-Schule mit dem stellvertretenden Schulleiter Dr. Michael Weiffen ist ebenfalls ein wichtiger Projektpartner. Der Schulhof dient den Frauen als Übungsfläche. Schließlich ist das Bensheimer Netz dabei, das in 2015 den Fahrradkurs sponsert.

Spenden sind immer willkommen

Ihnen allen und vor allem Marion Huhn sagte Stadtrat Adil Oyan zum Auftakt des neuen Kurses jetzt herzlichen Dank für das Engagement und sicherte die Unterstützung der Stadt zu. Sei es bei der Bereitstellung von Rädern, die bei der Fahrradversteigerung des Fundbüros keinen Abnehmer gefunden haben, oder mit Fahrradhelmen, die allerdings eher selten als Fundstücke im Fundbüro landen. Beides ist aber wichtig für den Fahrradkurs, daher sind natürlich Spenden immer willkommen. In Empfang nimmt sie die Drahtesel-Klinik der Diakonie und wenn das Fahrrad oder der Fahrradhelm nicht selbst vorbei gebracht werden kann, holen Frank Hillerich und Hans-Dieter Humbert von der Fahrrad-Klinik die Spende auch gerne ab.

Kontakt:
Telefon 0 62 51/5 84 80

In der Rad-Klinik bringen die Fahrradexperten jeden Drahtesel zum Laufen oder nutzen ihn zum Ausschlachten von funktionstüchtigen Ersatzteilen. In 2015 war der Bedarf nach Rädern besonders groß, denn es hatten sich 18 Frauen angemeldet.