„Ein weiterer wesentlicher Baustein des Hochwasserschutzes für Bammental wird jetzt mit dem Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Weihwiesenbach in Angriff genommen. Die zuwendungsfähigen Baukosten betragen bei einer zweijährigen Bauzeit rund 2,1 Millionen Euro. Daran beteiligt sich das Land Baden-Württemberg mit einem Zuschuss von rund 1,5 Millionen Euro. Das Regierungspräsidium Karlsruhe wird den Zuwendungsbescheid in den nächsten Tagen ausstellen“. Das sagte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl am 18. Oktober 2013 in Karlsruhe.

„Das zurückliegende Hochwasser im Sommer hat eindrucksvoll aufgezeigt, dass das Risiko für Leib und Leben, für unsere Umwelt, für die Wirtschaft und für unsere Kulturgüter real ist. Damit aus dem Risiko keine Katastrophe wird, misst die Landesregierung dem Schutz vor Hochwasser eine hohe Priorität bei. Global müssen wir durch umweltbewusstes Handeln dazu beitragen, extreme Wettersituationen mit hohen Niederschlägen und starkem Wasserabfluss möglichst zu vermeiden. Regional und lokal unterstützen wir die Verbände und Kommunen bei ihren Projekten zum Hochwasserschutz“, betonte Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller.

Das Hochwasserrückhaltebecken Weihwiesenbach oberhalb der Ortslage von Bammental (Rhein-Neckar-Kreis) bildet den zweiten Bauabschnitt eines Hochwasserschutzkonzeptes der Gemeinde Bammental. In der Vergangenheit traten mehrfach Überflutungen durch den innerörtlich verdolten Weihwiesenbach auf. Zuletzt kam es im März 2008 bei einem Starkregenereignis zu hohen Schäden in der Ortslage. Die Häufigkeit der Überflutungen hat gezeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht, vorhandene Schwachstellen zu lokalisieren und Hochwasserschutzmaßnahmen zu untersuchen. Eine daraufhin erstellte Hochwasserschutzkonzeption ergab, dass derzeit ein weit unter 10-jährlicher Hochwasserschutz besteht und ein nachhaltiger Hochwasserschutz durch den innerörtlichen Ausbau des Weihwiesenbachs wegen der beengten Verhältnisse im Ort nicht erreicht werden kann. Als wirksamer Hochwasserschutz wurde die Rückhaltung der Hochwasserabflüsse vor der Ortslage im Zusammenwirken mit einer Umgestaltung des Verdolungseinlaufs erkannt und in einer Hochwasserschutzkonzeption planerisch ausgearbeitet. Angestrebt wird dabei die Umsetzung eines 100-jährlichen Hochwasserschutzes.

In einem ersten Bauabschnitt wurde 2008 für die Umgestaltung des Verdolungseinlaufs (Einlaufbauwerk) und dem Neubau eines Grobrechens am Weihwiesenbach ein Landeszuschuss in Höhe von 34.700 Euro bewilligt. Die zuwendungsfähigen Baukosten betrugen 144.100 Euro.

Ergänzende Informationen

Der Standort des Hochwasserrückhaltebecken (HRB) liegt nordwestlich von Bammental im Tal des Weihwiesenbaches, welcher ein Einzugsgebiet von rund sechs Quadratkilometer hat. Die Entfernung zum Verdolungseinlauf beträgt einen Kilometer. Bei dem HRB handelt es sich um ein ungesteuertes Becken mit einem Einstauvolumen von 42.800 Kubikmeter bei Vollstau und einer max. Beckenabgabe von 4,10 Kubikmeter pro Sekunde. Die Eingliederung in das Landschaftsbild erfolgt mit geringstmöglichen Eingriffen in den Naturhaushalt und es wurde ein ökologisch durchgängiges Abflussregelbauwerk gewählt.