In einem Spitzengespräch mit den Trägern des Freiwilligen Ökologischen Jahres hat das baden-württembergische Umweltministerium zugesichert, das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) in seinem Umfang auch in den kommenden Jahren aufrecht zu erhalten. Damit korrigiere die Landesregierung die Pläne der Vorgängerregierung aus CDU und FDP, sagte Umweltminister Franz Untersteller vergangene Woche in Stuttgart. „Wir sind beeindruckt, dass das Freiwillige Ökologische Jahr nach wie vor einen so großen Zuspruch findet – auch nach dem erwarteten Boom durch den doppelten Abi-Jahrgang 2012, ist der Andrang ungebrochen. Gemeinsam mit den Trägern haben wir jetzt einen Weg gefunden, die Zahl der geförderten Plätze in vollem Umfang aufrecht zu erhalten.“

Die Träger, lobte der Umweltminister, hätten sich bereit erklärt, ihr finanzielles Engagement um 40 Euro pro Platz und Monat zu erhöhen. Das Umweltministerium seinerseits werde den in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehenen Betrag durch Umschichtungen um rund 170.000 Euro auf dann mehr als eine Million Euro aufstocken. Das entspricht einer Aufstockung der Landesmittel um 67 Euro pro Platz und Monat. Franz Untersteller: „Gemeinsam halten wir damit die 210 Plätze im Freiwilligen Ökologischen Jahr über den Ablauf dieses Förderjahres am 3. August hinaus. In Zeiten des Sparens ist das keine Selbstverständlichkeit, und ich danke allen, die dabei mithelfen!“

Ergänzende Informationen

Das FÖJ als ökologisches Bildungs- und Orientierungsjahr gibt es seit 1990, gestartet ist es damals mit 30 Plätzen. Mit dem FÖJ erhalten Jugendliche das Angebot, ein Jahr lang im Umwelt- und Naturschutz zu arbeiten und sich gleichzeitig ökologisch und umweltpolitisch weiterzubilden. Träger sind die Freiwilligendienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gemeinnützige GmbH, das Diakonische Werk Württemberg e.V. und die Landeszentrale für politische Bildung. Bewerberinnen und Bewerber für das FÖJ müssen die Vollschulzeitpflicht erfüllt und dürfen das 27. Lebensjahr nicht vollendet haben.

Einsatzmöglichkeiten sind bei Natur- und Umweltschutzverbänden, Naturschutzzentren, bei ökologisch arbeitenden Landwirtschaftsbetrieben, in der Forstwirtschaft, bei Bildungseinrichtungen und kommunalen Einrichtungen gegeben. Darüber hinaus ist es möglich, das FÖJ in der Wirtschaft zu absolvieren und damit Einblicke in die Abläufe in einem Unternehmen zu erhalten. Ergänzend zu der praktischen Naturschutzarbeit vermittelt das FÖJ ökologische und umweltpolitische Kenntnisse durch ein umfangreiches interessantes Seminarangebot. Das FÖJ wird zu rund einem Viertel auch aus Bundesmitteln gefördert.