PV-Dachanlage

Foto: PVH Heidelberg

Neben nachhaltiger Stromerzeugung ist auch die Steuerung des Stromverbrauchs, die sogenannte Lastverlagerung, ein wichtiges Element der Energiewende. Denn nicht immer kann regenerativ erzeugter Strom unmittelbar verbraucht werden. Und nicht immer ist ausreichend regenerative Energie gerade dann im Netz vorhanden, wenn sie gebraucht wird. Wie können Privathaushalte ihren Stromkonsum ohne Verlust an Komfort zeitlich steuern und in welchen Bereichen und bei welchen Anwendungen könnte dies realisiert werden? Antworten auf diese Fragen gibt jetzt die aktuelle Studie „Der flexible Verbraucher“.

Verordnungspaket Intelligente Netze: verbraucherfreundlich ausgestalten und umsetzen

„Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass zukunftsträchtige Potenziale vor allem in den Bereichen Elektromobilität, Wärmepumpen, Speicherheizungen, Photovoltaik mit Speicher und kleinen Blockheizkraftwerken vorhanden sind“, sagte Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller am 21. Juni 2015. Um diese Potenziale heben zu können, muss es der Studie zufolge für Privatkunden konkrete finanzielle Anreize geben. Das könnte über variable Endkundentarife, eine flexible EEG-Umlage oder Flexibilitätsprämien geschehen. „Die Bundesregierung muss endlich die Voraussetzungen dafür schaffen, die Stromnetze intelligent aufzurüsten“, erklärte Untersteller weiter. Das sogenannte „Verordnungspaket Intelligente Netze“ mit einem Schwerpunkt auf intelligenten Messsystemen und Zählern müsse nun verbraucherfreundlich ausgestaltet und zügig vom Bund umgesetzt werden.

„Variable Tarife für bewussten Stromkonsum sind eine große Chance für alle. Stromanbieter können Verbraucherinnen und Verbraucher dafür belohnen, dass sie Energie dann nachfragen, wenn erneuerbare Energien im Überfluss vorhanden sind und dass sie dann sparen, wenn die Energie zusätzlich aus fossilen Quellen erzeugt werden muss. Ich appelliere an die Energieversorger, attraktive Tarifmodelle für Verbraucherinnen und Verbraucher zu entwickeln. So können die Versorger die Netze stabilisieren, die Verbraucherinnen und Verbraucher können so fossile Energie sparen – und das Klima profitiert durch den reduzierten Kohlendioxid-Ausstoß“, sagte der baden-württembergische Verbraucherminister Alexander Bonde. Nach den Ergebnissen der Studie würden für die Energievertriebsunternehmen neue Produkte und Geschäftsmodelle, die an der Flexibilisierung der Nachfrage ansetzen, immer mehr in den Vordergrund treten.

Hintergrund-Infos:

Die Studie „Der flexible Verbraucher – Potenziale zur Lastverlagerung im Haushaltsbereich“ wurde vom Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK, Bad Honnef) erarbeitet und vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gemeinsam herausgegeben.

Zur Studie:
http://mlr.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mlr/intern/dateien/PDFs/Verbraucherschutz/Der_flexible_Verbraucher_WIK_Endbericht_03-15_.pdf