Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller hat sich am 31. Januar 2014 in Stuttgart erfreut über die aktuellen Zahlen zum Ausbau der Windkraft im Land gezeigt: „Ende letzten Jahres lagen den Behörden insgesamt 69 Anträge für 227 Windenergieanlagen vor.“ Im Juni 2013 waren es 40 Anträge für 106 Anlagen und im September 46 Anträge für 123 Windkraftanlagen. „Die Zahl der Windkraftanlagen, für die ein Genehmigungsantrag gestellt wurde, hat sich im letzten Halbjahr somit mehr als verdoppelt“, erklärte der Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Nach den vorliegenden vorläufigen Daten hat sich auch die Zahl der konkreten Voranfragen von 316 im Sommer 2013 auf aktuell rund 330 Anlagen erhöht.

In 2013 sind in Baden-Württemberg 12 Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung von insgesamt 34,5 Megawatt in Betrieb genommen worden. Zum Vergleich: 2012 waren es 13 Anlagen mit einer installierten Leistung von zusammen 19 Megawatt und die neun in 2011 errichteten Anlagen kommen auf eine installierte Leistung von insgesamt 17 Megawatt. Mit Blick auf die immer leistungsstärkeren Anlagen erklärte der Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: „Die Zahlen verdeutlichen, dass nicht alleine die Anzahl der jährlich neu in Betrieb genommenen Anlagen von Bedeutung ist, denn mit den 12 in 2013 errichteten Windenergieanlagen wurden beinahe so viel Windkapazitäten zugebaut wie in den Jahren 2012 und 2011 zusammengenommen“. Bei den momentan gängigen Anlagen der 2,5 bis 3 Megawatt-Klasse würde der Zubau der aktuell beantragten Windkraftanlagen zu einem Zuwachs von über 600 Megawatt führen.

Natürlich sei hiermit das Ziel, bis 2020 rund zehn Prozent der im Land erzeugten Energie aus Windkraft zu gewinnen, noch lange nicht erreicht, erklärte Umwelt- und Energieminister Untersteller weiter. „Die neuesten Zahlen belegen aber, dass die Maßnahmen der Landesregierung inzwischen eine deutliche Wirkung entfalten.“ Damit diese Dynamik nicht von Berlin ausgebremst wird, appellierte Franz Untersteller an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, die im Eckpunktepapier der Bundesregierung für eine Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) vorgesehenen Stichtagregelung zu ändern: Nicht nur die Anlagen, die am 22. Januar 2014 bereits genehmigt waren, sollten die Fördersätze des bisherigen EEG erhalten, sondern auch die Windkraftanlagen, für die an diesem Tag bereits ein förmlicher Genehmigungsantrag gestellt worden war.

„Windkraftprojekte, die jetzt kurz vor ihrer Genehmigung stehen, und davon gibt es im Land einige, haben bereits ein langes Planungs- und Genehmigungsverfahren hinter sich. Die zugrunde liegenden Wirtschaftlichkeitsberechnungen und bereits abgeschlossenen Verträge konnten aber natürlich nur die Vergütungssätze des derzeit noch gültigen EEG berücksichtigen“, erläuterte der Landesumwelt- und Energieminister. Die Bundesregierung dürfe das unverzichtbare Vertrauen der bereits jetzt schon verunsicherten Investoren auf die geltende Rechtslage nicht weiter in Frage stellen, forderte Franz Untersteller.

Weitere Informationen:

In Baden-Württemberg werden derzeit rund 400 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 550 Megawatt betrieben.

Infos zum Thema Windenergie in Baden-Württemberg:
www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/104294/

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