Siegmund Crämer

Siegmund Crämer (Mi.) zusammen mit Bürgermeister Wolfgang Lutz (li.) und dem heutigen Vorsitzenden der Lebenhilfe, Richard Weißmann kurz nach der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Foto: Stadt Bad Dürkheim

Mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland hat die rheinland-pfälzische Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, am 5. Dezember 2014 den Bad Dürkheimer Bürger Siegmund Crämer ausgezeichnet. „Das ist eine großartige Auszeichnung für Sie persönlich, aber auch für die Lebenshilfe und für die Stadt Bad Dürkheim“, freute sich Bürgermeister Wolfgang Lutz, der eigens zur Gratulation nach Mainz gefahren war.

1965 die Lebenshilfe Bad Dürkheim mitgegründet

Crämer, der 1965 gemeinsam mit betroffenen Eltern die Lebenshilfe Bad Dürkheim gegründet und viele Jahre als Vorsitzender geleitet hatte, war für seine herausragenden Dienste bereits im März 1977 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. „Diese Auszeichnung war offensichtlich kein Grund für Sie, sich zur Ruhe zu setzen, sondern Ansporn, mit gesteigerter Energie weiterzumachen“, hob die Ministerin hervor. Die Lebenshilfe habe sich unter seiner Führung zu einer der innovativsten und erfolgreichsten Lebenshilfeorganisationen bundesweit entwickelt. So erinnerte sie an das 1981 eingeweihte Werkstattgebäude, den 1982 erworbenen Kleinsägmühlerhof, den in Kooperation mit der Stadt Bad Dürkheim betriebenen integrativen Kindergarten in Leistadt und die 1992 im Gewerbegebiet Bruch errichtete zweite Werkstatt.

Ab 1985 bundesweit einmaliges Projekt: Biologischer Weinbau der Behindertenhilfe

Ein bundesweit einmaliges Projekt der Behindertenhilfe habe Crämer im Jahre 1985 umgesetzt, als er begann, brachliegende Weinbauflächen mit geistig behinderten Menschen zu rekultivieren und einen biologischen Weinbau aufzubauen. Daraus habe sich ein anerkanntes Weingut mit preisgekrönten Weinen entwickelt, das auch Herausragendes für die Landschaftspflege in Bad Dürkheim und Umgebung leiste. Auch bei der Gründung und dem Aufbau der Lebenshilfe in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen sowie beim Aufbau einer Selbsthilfeorganisation in St. Petersburg und Moskau habe Crämer maßgebliche Hilfestellung geleistet. „Ihr herausragendes Engagement über einen Zeitraum von fast 50 Jahren auf nationaler und internationaler Ebene ist in höchstem Maße anerkennenswert“, so Bätzing-Lichtenthäler.