„Die Auwälder gehören zu den artenreichsten Gebieten in Rheinland-Pfalz. Schwarzspecht, Kammmolch, Bechsteinfledermaus und Hirschkäfer sind hier zu Hause. Wir wollen diesen Lebensraum schützen und wieder Wildnis zwischen Wasser und Deich zulassen und erhalten“, erklärte der rheinland-pfälzische Umweltstaatssekretär Thomas Griese am 27. April 2016 auf der Fachtagung „Auen im Spannungsfeld Mensch – Natur“ in Germersheim. Zur dieser internationalen Veranstaltung hatte der Arbeitskreis Flussauen gemeinsam mit dem Forstamt Pfälzer Rheinauen eingeladen. Der Arbeitskreis ist ein Zusammenschluss von Forstleuten, Wasserwirtschaftlern, Botanikern, Geologen und Wissenschaftlern, die die großen Flüsse Europas wie Rhein, Elbe oder Donau repräsentieren. „Wir tragen eine nationale und internationale Verantwortung zum Erhalt dieser Lebensräume“, so Griese und begrüßte die Auen-Fachleute, die sich in diesem Jahr zum ersten Mal in Rheinland-Pfalz trafen.

„Die Flusslandschaften zählen zu den ältesten Kulturlandschaften Deutschlands. Der Ausbau zu Wasserstraßen, Begradigungen und Flussbett-Vertiefungen haben aber gerade den Auwäldern an den Flüssen zugesetzt. Heute gehören sie zu den besonders bedrohten Naturräumen in Europa“, so Griese. Um die wertvollen Auwälder am Rhein zu sichern, nimmt das Land seit 2015 rund 940 Hektar landeseigenen Wald zwischen Worms und Neuburg schrittweise aus der forstwirtschaftlichen Nutzung. Nach einem Konzept, das mit dem Umweltverband BUND und dem Forstamt erarbeitet worden ist, solle der Auwald wasserseits des Rheinhauptdeichs nach und nach wieder Wildnis werden, erklärte der Staatssekretär. Ein Großteil des Auwaldes am Rhein stehe bereits unter Naturschutz und gehöre dem EU-Schutzgebietsnetz Natura 2000 an. „Diesen Schutz wollen wir ausbauen und die Auwälder für die Zukunft bewahren“, so Griese.