Aufsichtsrat Stadtwerke Sinsheim Offshore Windpark

Foto: Stadt Sinsheim

(pm). Baltic I, der erste kommerzielle Offshore-Windpark in der deutschen Ostsee, ist seit etwas mehr als einem Jahr in Betrieb. Neben der Besichtigung von Produktions- und Montagestandorten von Windkraftanlagen konnten sich die Aufsichtsratsmitglieder der Stadtwerke Sinsheim Versorgungs GmbH & Co. KG von der Leistung des Windparks nun selbst vor Ort ein Bild machen. Die Fachexkursion zum Windpark am 16. und 17. Juli 2012 hat die Dimension dieses Projekts aufgezeigt und den Teilnehmern verdeutlicht, wie viel technisches Wissen für die Realisierung und den Betrieb erforderlich ist. „Die eindrucksvolle Größe des Windparks, aber auch die Einbettung in das Ökosystem der Ostsee haben ganz besonders beeindruckt“, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Sinsheim Versorgungs GmbH & Co. KG, Oberbürgermeister Jörg Albrecht. Hocherfreut zeigte man sich, dass bereits im ersten Betriebsjahr die zum Zeitpunkt der Planung und Realisierung angestellten hohen Erwartungen an den Windpark noch übertroffen werden konnten. Mit seinen 21 Windenergieanlagen steht der Offshore-Windpark Baltic I 16 Kilometer nördlich der Halbinsel Darß/Zingst (Mecklenburg-Vorpommern) auf einem Areal von rund sieben Quadratkilometern in der Ostsee. Die Anlagen haben eine Gesamtleistung von 50 Megawatt und erzeugen durch ihre Lage im windreichen Norden jährlich etwa 185 Gigawattstunden Strom. Mit dieser Menge können rund 50.000 Haushalte versorgt werden. Die Stadtwerke Sinsheim Versorgungs GmbH & Co. KG leisten mit ihrer Beteiligung an dem Offshore-Windpark in Höhe von 0,5 Megawatt einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. In Sinsheim können damit etwa 530 Haushalte mit umweltfreundlichem Windkraft-Strom versorgt werden.

 

Kommentar/Leserbrief

Sinsheim im Zielkonflikt bei Energiewende und Klimaschutz?

Die Beteiligung der Großen Kreisstadt Sinsheim über die Stadtwerke an einem Windpark ist vom Grundsatz her natürlich erstmal positiv zu bewerten. Allerdings ist die Frage berechtigt, ob man sich unbedingt an einem Konzern wie der EnBW und an einem Windpark in der Ostsee beteiligen sollte oder ob man nicht primär vor Ort den Ausbau erneuerbarer Energien voran treiben müsste. Hier gäbe es nicht nur enormen Nachholbedarf, sondern auch Potential: Für die Schaffung dezentraler Strukturen und einer Energieversorgung in Bürgerhand bei lokaler Wertschöpfung und gleichzeitigem Lösungsansatz für das Stromnetzproblem. Die Diskussionen zu Vorranggebieten für Windkraftanlagen im Gemeinderat endeten in einer blamablen Stellungnahme zum Regionalplanentwurf. Hier verliert man den Klimaschutz als Hauptziel der Energiewende ebenso aus den Augen wie bei der Anreise des Aufsichtsrats der Stadtwerke Sinsheim per Flugzeug zur Besichtigung des Offshore-Windparks Baltic I. Mit wirklichem Verständnis und Sensibilität für die Problematik wäre eine klimafreundlichere Anreise mit der Bahn eine Selbstverständlichkeit gewesen.
Stefan Seitz,  Sinsheim, Stadtrat Bündnis 90/Die Grünen