Radler gehören grundsätzlich auf den Radweg: Das vermuten zumindest viele. Doch welche Regeln für Fahrradfahrer tatsächlich gelten, darüber klärt jetzt der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club e.V.) Rheinland-Pfalz auf. Denn weit verbreitete Missverständnisse sorgen für Unsicherheiten beim Radfahren und auch für Zündstoff mit den Autofahrern.

  • 1. Radfahrer müssen immer auf dem Radweg fahren: Irrtum, Radfahrer gehören auf die Straße. Den Radweg müssen sie nur benutzen, wenn er ausdrücklich durch ein blaues Radwegschild (weißes Rad auf blauem Grund) gekennzeichnet ist. Das signalisiert: Benutzungspflicht.
  • 2. Wenn es rechts keinen Radweg gibt, dürfen Radler den linken nutzen: Nein, Geisterfahrer sind auch auf dem Rad gefährlich und riskieren ein Bußgeld. Wie für alle anderen Verkehrsteilnehmer gilt das Rechtsfahrgebot. Einen Radweg auf der linken Seite dürfen sie nur benutzen, wenn es durch das Schild „Radfahrer frei“ gestattet wird. Sonst müssen sie rechts auf der Fahrbahn fahren, wenn es dort keinen Radweg gibt.
  • 3. Batterielicht am Fahrrad reicht nicht, man muss immer auch einen Dynamo am Fahrrad haben: Nein, ein Dynamo muss nicht sein. Seit 2014 reicht eine Steckbeleuchtung (akku- und batteriebetriebene Lampen), die das vorgeschriebene Prüfzeichen hat.
  • 4. Radfahrer dürfen nicht nebeneinander fahren: Doch, das dürfen sie, und zwar wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird oder es sich um eine Kolonne aus mindestens 16 Radfahrern handelt (Fachbegriff „Geschlossener Verband“).
  • 5. Radfahren lernen Kinder am besten mit Stützrädern: Falsch, Kinder lernen dadurch ein völlig falsches Kurvenfahren und trainieren nicht, ihr Gleichgewicht beim Fahren zu halten. Am besten lernt man Radfahren mit einem Laufrad.
  • 6. Der Sattel muss so tief eingestellt sein, dass man sich bequem mit den Füßen auf dem Boden abstützen kann: Nein, es mag zwar das subjektive Sicherheitsgefühl fördern, in aller Regel sind die Beine aber dann beim Treten nicht fast durchgestreckt. Das heißt, der Radfahrer bringt seine Muskelkraft schlecht ein und belastet seine Kniegelenke stark.
  • 7. Am schnellsten fahren Fahrräder mit dem bekannten gebogenen Rennlenker: Falsch, denn die Geschwindigkeit hängt nicht vom Lenker, sondern von Sitzposition, Gewicht des Rades und optimaler Kraftübertragung ab. Der Rennlenker kann dabei förderlich sein, nützt an einem Stadtrad aber gar nichts.
  • 8. Fahrräder können nicht so schnell fahren wie Autos: Nicht grundsätzlich, jedoch um im Stadtverkehr von A nach B zu kommen schon. Die Durchschnittsgeschwindigkeit eines Autos in der Stadt liegt unter 30 km/h.
  • 9. Am Zebrastreifen haben Radfahrer dieselben Rechte wie Fußgänger: Irrtum! Das stimmt nur, wenn der Radfahrer von seinem Rad absteigt und es über den Zebrastreifen schiebt. Wenn er über den Zebrastreifen fahren will, muss er Autos die Vorfahrt lassen.

Weitere Informationen zum ADFC Rheinland-Pfalz:
www.adfc-rlp.de