Lehrer besuchen Bioenergiedorf

„Lernen statt Lehren“, hieß es kurz vor den Schulferien für 18 Lehrerinnen und Lehrer aus Baden-Württemberg im Bioenergiedorf Siebeneich im Rahmen einer Lehrerfortbildung des Adelsheimer LSZU. Foto: Bioenergie-Region H-O-T

„Lernen statt Lehren“ hieß es kurz vor den Sommerferien für 18 Lehrer aus verschiedenen Schulen Baden-Württembergs im Rahmen einer einwöchigen Fortbildung, die durch das Landesschulzentrum für Umwelterziehung in Adelsheim (LSZU) organisiert worden war. Der Schwerpunkt der Fortbildung lag dabei auf dem Themenkomplex „Regenerative Energien“. Um sich umfassend über die Bioenergie zu informieren, hatte die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) den Besuch des Bioenergiedorfs Siebeneich bei Bretzfeld vermittelt. Dieses deckt seinen Energiebedarf fast ausschließlich durch die Nutzung von Erneuerbaren Energien.

Nach der Begrüßung durch den Siebeneicher Ortvorsteher Reinhold Brück referierte H-O-T-Geschäftsführer Sebastian Damm zum Thema Energiewende und Nachhaltigkeit. Er betonte, dass Bioenergie bedarfsgerecht bereitgestellt werden könne, etwa wenn kein Wind weht, oder die Sonne nicht scheint. Außerdem gebe es noch viele bisher kaum genutzte Potenziale, wie Gülle und Mist aus der tierischen Produktion, pflanzliche Abfälle aus dem Gemüseanbau oder Resthölzer aus dem Wald. Vor allem für die Erzeugung von Wärmeenergie ist Bioenergie sehr gut geeignet. So über den klassischen Brennstoff Holz, aber auch über die Nutzung von Abwärme von Biogasanlagen.

Wärmewende ist bei Energiewende von entscheidender Bedeutung

Die Wärmewende ist bei der Energiewende von entscheidender Bedeutung, da rund zwei Drittel der in Deutschland benötigten Energie Wärmeenergie ist. Bei Privathaushalten liegt der Anteil der Wärmeenergie am Gesamtenergiebedarf sogar zwischen 85 und 90 Prozent. „Siebeneich ist ein tolles Beispiel, wie man sich durch regenerative Energie von konventionellen Energieträgern unabhängig machen kann“, betonte Theo Prestel vom LSZU, der die Weiterbildung organisiert hatte.

Dies wurde bei der anschließenden Besichtigung über den sechs Kilometer langen Erlebnispfad des Bioenergiedorfs Siebeneich sehr deutlich. So werden hier einige Felder mit der Energiepflanze Miscanthus bestellt, der mit einem Maishäcksler geerntet und im Winter verheizt wird. Des Weiteren existiert eine Biogasanlage, die neben Gras- und Maissilage vor allem Rindergülle vergärt. Bei der Verbrennung des bei der Vergärung entstehenden Biogases werden Strom und Wärme produziert. Mit dieser Wärme werden viele Siebeneicher Häuser über ein neu gebautes Nahwärmenetz beheizt. Aber nicht nur Energie, sondern auch Obst, Wein und Rindfleisch werden in Siebeneich produziert und größtenteils direkt vermarktet. Eine Kostprobe von der sehr guten Qualität dieser regionalen Lebensmittel konnten die Teilnehmer zum Abschluss bei einem gutbürgerlichen Vesper machen.

Buchen: „Energie-Garten“ mit Lehrpfad

Theo Prestel bedankte sich zum Abschluss bei den Siebeneicher Bürgern und den Vertretern der Bioenergie-Region H-O-T für die Führung durch das Bioenergiedorf, den fachlichen Austausch und die generelle hervorragende Zusammenarbeit. So betreuen das LSZU, die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises (AWN) und die Bioenergie-Region H-O-T in Buchen gemeinschaftlich einen „Energie-Garten“. Hier können sich Interessierte auf einem Lehrpfad über die Erzeugung und Nutzung von Energiepflanzen wie Mais, Sida, Durchwachsene Silphie, Topinambur, schnellwachsenden Hölzern und vielem mehr informieren. Aber auch die Aspekte des Naturschutzes beim Einsatz von Erneuerbaren Energien werden an den verschiedenen Stationen thematisiert. Insbesondere für Schulklassen bieten sich hier tolle Möglichkeiten, um Regenerative Energie vor Ort zu erleben.