Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald, findet die Fragestellung des Bürgerentscheids am 23. September 2013 anlässlich der geplanten Bundesgartenschau (BUGA) 2023 in Mannheim irreführend. Die Einbeziehung des Landschaftsschutzgebiets Feudenheimer Au stellt einen für die Natur unzumutbaren Eingriff dar. Die Mannheimer Bürgerinnen und Bürger sollten daher den Bürgerentscheid mit ‘Nein’ beantworten. „Bisher wurden keine detaillierten Konzepte für die Umsetzung der BUGA vorgelegt, weder ökologisch noch finanziell. Auch über Alternativen durfte bisher nicht laut gedacht werden“, sagt Richard Landenberger, Vorsitzender des BUND-Regionalverbands. „Damit endlich über Alternativen nachgedacht werden kann, gibt es für den Bürgerentscheid nur eine Wahlmöglichkeit: Nein.“

Im Rahmen der derzeitigen BUGA-Planung stellt die Einbeziehung eines Teils des Landschaftsschutzgebiets „Feudenheimer Au“ einen zentralen Kritikpunkt dar. Der BUND kritisiert u.a., dass dort ein 4,8 ha großer, grundwassergespeister See angelegt werden soll. Geht man, wie in der Wasserstudie der Stadt Mannheim angegeben, von einem Flurabstand des Grundwassers von 3 – 6 Metern aus, so ergibt sich konservativ gerechnet allein für den See ein Transportaufwand von 1.444 – 2.880 40-Tonner-LKWs. Zudem liegt in dem betroffenen Gebiet Boden von ökologisch hervorragender Qualität vor. Ob dieser hinterher rückgeführt wird, erscheint äußerst fraglich.

Ein weiterer Kritikpunkt stellt die Finanzierung dar. Abzüglich Fördermitteln sollen 60 Millionen Euro an Kosten auf die Stadt Mannheim zukommen. Warum sich die finanzschwache Stadt auf ein solches Wagnis einlässt, erscheint angesichts des unausgereiften Konzepts unverantwortlich. „Sollte sich die Stadt Mannheim bei einem negativen Bürgerentscheid trotzdem weiterhin für eine BUGA einsetzen, so muss sie sich für eine ökologische Ausrichtung der BUGA stark machen. Das bedeutet unter anderem: nur Gebiete auswählen, wo es zu einer ökologischen Aufwertung kommt, eine ökologische Baubegleitung, lokale und regionale Alternativen zu überzüchteten Schaupflanzen, Einbindung von Umweltbildung und regionales und ökologisches Catering“, so Richard Landenberger.