Peta-Aktion München

München, 27. Oktober 2011: Drei am ganzen Körper als Wildtiere bemalte PETA-Unterstützer demonstrierten auf dem Karlsplatz für ein Wildtierverbot im Zirkus. Foto: PETA

Zehn Jahre geprägt von Untätigkeit: Am 17. Oktober 2003 hat der Bundesrat die Regierung in einer Entschließung beauftragt, die Haltung von Wildtieren in Zirkusbetrieben zu verbieten. Bisher wurden jedoch keinerlei wirksame Maßnahmen ergriffen, um die anhaltend unsägliche Situation für die Tiere zu verbessern. Zum 10. Jahrestag des Entschließungsantrags wirft die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. der Bundesregierung jetzt vor, jegliche Tierschutzmaßnahmen für Wildtiere im Zirkus wider besseres Wissen zu blockieren. So leiden beispielsweise nahezu alle im Zirkus gehaltenen Elefanten unter Gelenkerkrankungen, da sie jede Nacht angekettet werden und tagsüber die meiste Zeit auf hartem Beton stehen müssen. Tiger hingegen müssen in der Manege weiterhin die Peitsche fürchten und zeitlebens in winzigen Käfigen ausharren.

In der aktuellen Kampagne „Tyke2014“ fordert PETA ein Verbot von Wildtieren in Zirkusbetrieben. Fast 20 Jahre ist es her, dass Tyke, eine Elefantendame, auf Hawaii die permanenten Schläge und Demütigungen ihrer Trainer nicht mehr aushielt, während der Vorstellung den Dompteur tötete und dann mit über 80 Kugeln erschossen wurde. Zum 20. Todestag von Tyke im August 2014 hat sich PETA ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Mit einer der größten Unterschriftenaktionen, die es je für den Tierschutz gegeben hat, soll bis 2014 endlich ein deutschlandweites Verbot von Wildtieren im Zirkus erreicht werden. „Die Ignoranz der Verantwortlichen ist für alle Tierfreunde in Deutschland unerträglich. Elefanten, Tiger und alle anderen Wildtiere leiden ihr Leben lang, weil die Bundesregierung durch ihre Untätigkeit eine schützende Hand über tierquälerisch agierende Unternehmen hält“, so Dipl.-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA.

Der Bundesrat sah sich im November 2011 erneut dazu veranlasst, einen 2. Entschließungsantrag für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus zu beschließen. Neben PETA spricht sich mittlerweile auch die Bundestierärztekammer für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus, ebenso wie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland: Drei repräsentativen Umfragen von 2010 und 2011 zufolge, finden rund zwei Drittel der Befragten die Haltung von Wildtieren im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 und nochmals Ende November 2011 hatte der Bundesrat in zwei Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute jedoch nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 16 anderen europäischen Ländern, die bereits sämtliche oder bestimmte Wildtierarten im Zirkus verboten haben.